Projektanlass

In vielen Dörfern und kleineren Gemeinden kommt es zu Versorgungslücken, weil die Nahversorgung „wegbricht“. Weil immer mehr Gasthöfe und Läden schließen, verschwinden zudem wichtige soziale Treffpunkte für die ländliche Bevölkerung. Eine zunehmende Landflucht und der demografische Wandel führen zu einer „Überalterung“ der Dörfer. Es gibt im Kreis Steinfurt nach wie vor einen Mangel an adäquaten Arbeitsplätzen für Menschen mit einer Schwerbehinderung bzw. für Langzeitarbeitslose. Die Teilhabe am Arbeitsleben und die Inklusion dieses Personenkreises sind eine gesellschaftliche Aufgabe. Für diese wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen sollen in diesem Projekt Lösungen entwickelt werden.

Beschreibung des Projektes

Entwicklung eines Dorfladenverbundsystems für 4 Dorfläden (Läden pro Region plus Option auf weitere Läden) in Orten mit einer Bewohnerzahl von 500 – 2000 Personen je Ort. Das Projekt soll für die Regionen Tecklenburger Land und Steinfurter Land entwickelt und für die konkrete Umsetzung vorbereitet werden. Dabei sollen die Synergieeffekte (Einkaufs- und Liefergemeinschaften, gemeinsames Lager, etc.), die bei der Umsetzung in 2 Regionen entstehen, genutzt werden. Die Dorfläden sollen nicht nur die notwendige Nahversorgung sichern, sondern durch die Einrichtung z.B. eines Cafés oder eines Multifunktionsraumes, ein sozialer Treffpunkt und ein Dienstleistungszentrum (Paketshop, Abholstelle für Medikamente, Beratungsmöglichkeit, etc.) für die Bevölkerung werden. Ein Mehrwert des Projektes ergibt sich auch dadurch, dass beabsichtigt wird, neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Personen einzurichten, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

Ziel des Projektes

  • Dauerhafte Sicherung der Nahversorgung in Dörfern und kleineren Gemeinden
  • Bindung der Kaufkraft und Stärkung des regionalen Handels
  • Schaffung von sozialen und kommunikativen Treffpunkten für junge Familien und ältere Menschen (um der Vereinsamung entgegen zu wirken)
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements
  • Ermöglichung von Teilhabe an Arbeit und gesellschaftliche Integration durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen (Schwerbehinderte, Langzeitarbeitslose)

Nutzen für Ihre Region

Die gesicherte Nahversorgung verhindert die Landflucht und erhöht die Attraktivität der ländlichen Region Tecklenburger Land. Durch die neue Nutzung ehemaliger Ladenlokale werden Leerstände in den Dörfern behoben. Indem die Dorfläden sich verstärkt von Produzenten aus der Region beliefern lassen, wird der regionale Handel gefördert und die lokale Wirtschaft gestärkt. Durch die Akquise von öffentlichen Fördermitteln (Bund/ Land) können neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Personen der Zielgruppe entstehen und die Langzeitarbeitslosigkeit abgebaut werden. Der Einbezug der örtlichen Initiativen und Vereine im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements stärkt die Identität der Region und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Konzept soll für 4 Standorte erstellt, in einem nächsten Schritt modellhaft erprobt und dann ggf. auf andere Regionen des Kreises übertragen werden.

Projektpartner

Die WertArbeit Steinfurt, als Initiator und Projektträger, wird das Konzept mit interessierten Gruppen, Vereinen und Bürgerinitiativen vor Ort entwickeln. Für die Einrichtung der geförderten Arbeitsplätze bieten sich das Jobcenter des Kreises Steinfurt, die Agentur für Arbeit Rheine sowie der LWL-Integrationsfachdienst als Kooperationspartner an. Weitere Partner können die Wirtschaftsförderungen in den Kommunen, die Kammern (Industrie- und Handelskammer), die WESt gmbH, die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und die Genossenschaft der CAP-Märkte sein.

Zielgruppe

  1. Zu den Zielgruppen gehören einerseits die BürgerInnen, Verbände und Vereine, die Interesse an der Trägerschaft eines Dorfladens haben und das Ziel verfolgen, das Dorf zu beleben und die Nahversorgung zu sichern.
  2. Die zweite Zielgruppe bilden die potentiellen Kunden der Region, die vor Ort einkaufen wollen und so zur Kaufkraftbindung in den Dörfern beitragen.
  3. Schwerbehinderte und langzeitarbeitslose Menschen, die einen neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz und dadurch wieder eine Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe suchen, bilden die dritte Zielgruppe.

 

 

Unser Träger

Unsere Förderer