Interessenbekundungsverfahren - Wir helfen Ihnen mit passgenauen Konzepten

Das Leader-Projekt „Dorfladen – all inclusive“ startet mit vollem Tatendrang

WertArbeit sucht Standorte für Dorfläden

 

Kreis Steinfurt. Anfang Mai ist das LEADER-Projekt „Dorfläden – all inclusive“ gestartet, nun suchen die WertArbeit und das begleitende Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Standorte für Dorfläden in Orten mit einer Bewohnerzahl von 500 - 2000 Personen in den Regionen Steinfurter Land und Tecklenburger Land. Die WertArbeit Steinfurt, das Sozialunternehmen des Kreises Steinfurt, konnte nun den Projektmanager Benjamin Rohling gewinnen, der seit kurzem für das Projekt tätig ist und den Bürgerinnen und Bürgern ab sofort als Ansprechpartner, Unterstützer und Koordinator für Ihre Region mit Rat und Tat zur Seite steht. Landrat Dr. Klaus Effing, wünscht Benjamin Rohling zum Start alles Gute: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und eine gute Zusammenarbeit mit allen interessierten Gruppen und Bürgerinitiativen“.

„Da in vielen Dörfern und kleineren Gemeinden Läden und Gasthöfe schließen, bricht die Grund- und Nahversorgung weg, die Attraktivität der Dörfer leidet und die Bewohner zieht es vom Land in die Stadt“, so Ulrich Ahlke vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Weil auch die sozialen Treffpunkte verschwinden, leidet zudem das Gemeinschaftsleben. Es besteht die Gefahr, dass die Dörfer aussterben. Neben dem Ziel der nachhaltigen und dauerhaften Sicherstellung der Nahversorgung in Dörfern und kleineren Gemeinden, soll mit dem Projekt die Kaufkraft vor Ort gebunden und der regionale Handel gestärkt werden. Weitere Ziele sind die Schaffung von sozialen und kommunikativen Treffpunkten für junge Familien und ältere Menschen, um der Vereinsamung entgegen zu wirken. „Indem wir Dorfbewohner in die Konzeptentwicklung und Umsetzung mit einbinden, fördern wir das bürgerschaftliche Engagement vor Ort“, so Geschäftsführer Bernd Moorkamp. Die Menschen vor Ort haben die Möglichkeit, die Zukunft selbst und aktiv mitzugestalten und mit Unterstützung der WertArbeit neue Strategien für die Nahversorgung zu entwickeln. Die WertArbeit koordiniert die Bürgerbeteiligungsprozesse, hilft bei der Erstellung von Bedarfs- und Marktanalysen und berät die Initiativen bei Einrichtung von neuen Arbeitsplätzen. Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen, wie Menschen mit Behinderungen oder auch Langzeitarbeitslose ist deshalb ein wichtiger Baustein des Projektes.

Ein Dorfladen im Sinne des Projektes stärkt nicht nur die Gemeinschaft vor Ort und ermöglicht ein Leben (auch im Alter) in vertrauter Umgebung, sondern die ganze Region kann von dem Projekt profitieren. Die Anbieter regionaler Produkte können ihren Absatzmarkt ausbauen, die Kommunen gewinnen durch die steigende Attraktivität ihrer Dörfer, leerstehende Geschäftsräume können wiederbelebt werden und die Schaffung von neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen hilft dabei, unsere Sozialsysteme zu entlasten.

Im Rahmen der Projektlaufzeit von 18 Monaten sollen zunächst für 4 Standorte dorfspezifische Konzepte erstellt und in einem nächsten Schritt modellhaft erprobt werden. Die Entwicklung eines Dorfladen-Verbundsystems und die Übertragung der Konzepte auf andere Regionen des Kreises können weitere Schritte sein. Die WertArbeit Steinfurt, als Initiator und Projektträger, wird das Konzept gemeinsam mit interessierten Gruppen, Vereinen und Bürgerinitiativen vor Ort individuell entwickeln.

Unter Nahversorgung verstehen die Projektbeteiligten mehr als nur die Möglichkeit, einkaufen gehen zu können. Neben dem Verkauf von Waren des täglichen Bedarfs könnten in den Dorfläden weitere Dienstleistungen angeboten werden, wie z.B. ein Geldautomat, ein Postschalter, eine Paket- und Rezeptannahmestelle, ein Wäscherei-Service, eine Leseecke oder ein kleines Café mit Sitzmöglichkeiten. „Wichtig für das Projekt ist die individuelle Abstimmung mit den Bürgerinnen und Bürgern, damit die Angebotspalette den Anforderungen der Menschen vor Ort entspricht und so die Lebensqualität gesteigert werden kann“, so Projektmanager Benjamin Rohling.

Um diese komplexe Aufgabe zum Erfolg zu bringen, bindet die WertArbeit zahlreiche Kooperationspartner und Fachleute, die auf eine erfolgreiche Expertise zurückblicken können, in das Projekt ein. Moorkamp weiter: „Unser Ziel ist es, solche Konzepte zu entwickeln, die den Läden eine langfristige wirtschaftliche Perspektive geben“. Zu den Zielgruppen des Projektes gehören einerseits die Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Vereine, die Interesse an der Trägerschaft eines Dorfladens haben. Die zweite Zielgruppe bilden die potenziellen Kunden der Region, die vor Ort einkaufen wollen und so zur Kaufkraftbindung in den Dörfern beitragen. Eine weitere Zielgruppe sind schwerbehinderte Menschen und Langzeitarbeitslose, die einen neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz suchen und dadurch wieder eine Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe bekommen sollen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind ab sofort aufgerufen, sich für die Beteiligung am LEADER-Programm bei der WertArbeit Steinfurt zu melden. Benjamin Rohling und Bernd Moorkamp informieren über das Projekt und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Am Sonntag konnten am LEADER-Stand beim Marktzauber am DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel erste spannende Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern über die Chancen, die Wünsche und die möglichen Stolpersteine eines Dorfladens geführt werden. Bildunterschrift: Landrat Dr. Klaus Effing, Ulrich Ahlke und Horst Schöpper vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit rufen zusammen mit Benjamin Rohling und Bernd Moorkamp von der WertArbeit zur Interessenbekundung auf.

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